Talfahrt auf Sardinien (Teil 2)

Pünktlich wie ein D-Zug driftet der Käpt'n den Pott in die Lücke und legt mit quietschenden Reifen im Hafen von Cagliari an. Nun bin ich also auf Sardinien angekommen. Ohne mir vorher großartig einen Eindruck zu verschaffen, stürze ich mich auf die zweitgrößte Insel im Mittelmeerraum und bin schon ganz gespannt, was mich dort erwartet und wie vielfältig Italien sein kann.

Zu aller erst verschaffe ich mir einen Überblick über die Hauptstadt Sardiniens. An der Ebene des "Campidano", vorbei an seinen riesigen Lagunen und Salinen, blickt man auf ein Bergplateau, worauf sich die Altstadt Cagliari aufbaut. Um den Burgberg herum öffnet sich der restliche Teil der Stadt und geht dann nahtlos in die Vororte über, wodurch die Stadt einen gewaltigen Eindruck macht. Der Ausblick ist bei klarem Wetter ein Träumchen und ich kann es gar nicht mehr abwarten, in die "Castello", also in die Altstadt, einzutauchen um mich detaillierter umsehen zu dürfen. Nach einer kurzen Bustour, entlang des Strandes "Poetto" und den auf der anderen Seite befindlichen Salinen (Anlage zur Gewinnung von Salz) geht es zum Fuße des kleinen Berges und der Aufstieg zur "Castello" kann beginnen.

Auf dem Weg nach Oben schlender ich wieder durch unzählige Gassen. Wie durch ein Labyrinth werde ich vom Minotaurus Names "Zeit" gejagt und verdiene mir nach jedem Schritt eine neue Schweißperle auf der Stirn hinzu.  Nachdem der Berg erklommen schien, erwartete mich neben einen wunderschönen Ausblick auf den Golf von Cagliari eine nicht so atemberaubende Stadtmauer. 


 Die mit, zwar witzigen Grafitis beschmierte, antike Stadtmauer ragte zwar in die Höhe, bot einem trotzdem kein imposantes Bild. Kaum hat man nach links und nach rechts geschaut ging es auch gleich abwärts. Vorbei an der Kathedrale "Santa Maria di Castello", am Rathaus, an Adelshäusern und an Bishofssitzen entwickelte sich die kleine Altstadt immer mehr zu einem sehr interessanten Ort. Durch den doch sehr unspektakulären Zenit der Stadt war es dann eine umso größere Überraschung, dass Cagliari mit seinen unzähligen Details und der schönen Atmosphäre das Interesse aufrecht erhalten konnte. 

So langsam aber sicher führt mein Weg mich immer dichter in den Stadthafen. Einen kleiner Zwischenstopp war mir noch gegönnt und ich konnte in dem Shopping-Bereich der Stadt mein Unwesen treiben. Neben den standarisierten MCbucks und StarDonalds findet sich auch das ein oder andere traditionelle Lädchen. Im Kern ist es aber eine ganz gewöhnliche Innenstadt. Zur sardinischen Kunst fand ich leider nicht viel, allerdings sind mir in der Stadt vereinzelnt Streetart-Werke vor mein Objektiv geraten und wie mir später auch zu Ohren gekommen ist,  verstecken sich in der gesamten Stadt, wie auch an der Stadtmauer, Graffitis. Streetart ist also ein interessantes Thema in Cagliari, mit dem ich mich allerdings nur minimal auseinander setzen konnte. Wer allerdings mehr sehen möchte und nicht nur an meinem 'einen' Beispiel verhungern möchte, kann sich HIER durch viele Interessante Motive durchklicken.

Nun sind die größten Inseln des Mittelmeeres geschafft und meine Reise geht weiter. Aber wohin nur...

 

Euer Sven

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