Die großen Drei - Fotografieren lernen Teil 1

Ist Fotografieren schwer?  Muss ich Atomphysiker sein um eine Kamera bedienen zu können? Nein, müsst ihr definitiv nicht! Naja oder vielleicht nur ein bisschen ;) Leider geht es nicht ganz ohne ein wenig technisches Hintergrundwissen, bzw. ihr solltet wissen wie ihr eure Kamera bedient und welches die wichtigsten Grundeinstellungen sind. Das ist aber im Grunde nicht wirklich schwer, also fangen wir mal mit "den großen Drei" an, denn die sind schon die halbe Miete!

Die Blende

Die Nr. 1 der großen Drei ist die Blende, diese ist eine Möglichkeit die Lichtmenge die auf euren Film oder Sensor gelangt zu steuern. Stellt euch das einfach als eine Art Loch vor, durch welches Licht gelangt. Habt ihr ein großes Loch, also eine offene Blende, gelangt mehr Licht auf euren Sensor. Habt ihr ein kleines Loch, also eine geschlossenere Blende, so ist das Gegenteil der Fall. Wenn ihr ein altes manuelles Objektiv rumliegen habt, könnt ihr das sehr schön mal ausprobieren und einfach mal die Blende öffnen oder schließen.  Habt ihr gerade keines, haben wir hier zwei Bilder für euch. 

Objektiv offenblendig (kleine Blendenzahl)
Objektiv offenblendig (kleine Blendenzahl)
Objektiv abgeblendet (hohe Blendenzahl)
Objektiv abgeblendet (hohe Blendenzahl)

Aber wie kann ich jetzt die Blende an meiner Kamera einstellen und was genau bringt mir die größere Lichtmenge auf dem Sensor? Die Blende steuert ihr an modernen Kameras meist über ein Rädchen oder den Touchscreen, ältere Modelle haben evtl. auch einen Blendenring.  Gekennzeichnet wird die Blende durch die Zahlen der Blendenreihe, dass sind diese die auch auf den Objektiven draufstehen. Hierbei steht die kleinere Zahl für die größere Blendenöffnung und die höhere Zahl für die kleinere Öffnung. Das heißt also, stelle ich eine möglichst kleine Zahl an meinem Objektiv ein, so habe ich die Möglichkeit auch bei schwachem Licht richtig zu belichten! Das ist ein riesen Vorteil von lichtstarken Objektiven und macht sie leider auch recht kostspielig. Da man durch Wiederholung ja so besonders gut lernt kommt hier noch einmal euer neues Mantra.


"Kleine Zahl gleich offene Blende. Große Zahl gleich geschlossene Blende." 


Was könnt ihr aber noch mit der Blende anstellen? Viele von euch wünschen sich diesen typischen "DSLR-Look", also die Möglichkeit hinter einem Objekt alles so schön unscharf werden zu lassen. Diesen Look erhaltet ihr wenn ihr offenblendig fotografiert. Objekte lassen sich so freistellen und aus dem Hintergrund herauslösen.

Die beiden angehängten Bilder verdeutlichen das.


Stark abgeblendet fotografiert, die Schärfentiefe zieht sich fast über das gesamte Motiv.
Stark abgeblendet fotografiert, die Schärfentiefe zieht sich fast über das gesamte Motiv.
Offenblendig mit Blende 2.8 fotografiert, es zeigt sich eine sehr geringe Schärfentiefe.
Offenblendig mit Blende 2.8 fotografiert, es zeigt sich eine sehr geringe Schärfentiefe.

Nun hängt dieser Effekt aber nicht nur von der Blende ab, wichtige Faktoren sind ebenfalls die Brennweite, Sensorgröße und sowohl der Abstand zum Objekt und der Abstand zwischen Objekt und Hintergrund. Was ihr aber merkt ist, dass die manuelle Steuerung der Blende ein wunderbares Mittel ist eure kreativen Bildideen umzusetzen. Dieser Post soll euch ermutigen den Automatik-Modus eurer Kamera zu verlassen und mehr Einfluss auf eure Bilder zu nehmen.


Unsere Empfehlung, probiert die halbautomatische Blendenpriorität eurer Kamera aus. Bei Canon nennt sich das bspw. AV-Modus. Hier seid ihr in der Lage die Blende vorzuwählen und die Kamera regelt entsprechend die Belichtungszeit. So könnt ihr euch bestens auf Lichtsituation einstellen und die Blende als gestalterisches Merkmal eurer Bilder verwenden. 

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